Fotografieren lernen

Ne, im Ernst. Es ist eine komplett andere Welt mit Film zu fotografieren.

Wir sind es mittlerweile gewohnt, Bilder zu produzieren und gleich das Ergebnis anzusehen. Wir können sofort korrigieren. Oder auch nicht. Eigentlich viel simpler…wir können einfach den Auslöser weiter betätigen und auf das Beste hoffen. Die Technik übernimmt mittlerweile 80% des Bildes in der digitalen Welt. 10% sind dann Bildbearbeitung (=Filter drüber) und 10% sind tatsächlich das Auge.

Es ist praktisch heutzutage unmöglich kein technisch einwandfreies Foto mehr zu schießen. Alles wird berechnet. Alles wird ausgeglichen. Alles wird fertig präsentiert.

Ja, daß hat in Branchen, die Fotografie professionell betreiben, ungehörige Vorteile. Absolut.

Sofort zu sehen, ob ein Foto etwas geworden ist, bringt enorme Sicherheit mit.

Vielleicht auch einer der Gründe, warum das Angebot an „Fotografen“ in den letzten Jahren so abnorm gestiegen ist. Aber das ist ein anderes Thema. 😉

Worauf will ich eigentlich hinaus?

Nun, durch die Fotografie mit Film, ist man auf einmal gezwungen, wieder nachzudenken beim Fotografieren.

Es geht nämlich nicht immer um Komposition.

Es geht um Blende, Belichtungszeit und ASA.

Es geht um die Emulsion des Filmes. Was kann ich dem Film zumuten? Wieviel mehr oder weniger an Licht verträgt es?

Stehe ich jetzt korrekt? Ist aus dieser Lage überhaupt ein technisch gutes Bild möglich? Etc.

Das mögen alles Fragen sein, die man sich nicht stellen will. Es ist doch schön, alles einfach zu erhalten.

Aber ich glaube, daß es der verkehrte Ansatz ist.

Wenn wir nicht gravierende Fehler machen, lernen wird nichts. Wenn alles sofort gelingt, vergeuden wir unsere Fähigkeiten als Mensch.

Ich habe mich neulich mit einem meiner früheren Models getroffen. Und ich habe ihn zum ersten Mal auf Film abgelichtet.

portrait Flensburg
Hier digital aufgenommen mit natürlichem Licht. Das Fotos ist wenig bearbeitet. Es wäre auf Film so nicht möglich gewesen

Ich habe so viele Fehler gemacht, daß ich spucken könnte. Ehrlich!

Und ich habe diese Fehler erst gesehen, als ich die Bilder entwickelt hatte. Und dabei hatte ich mir schon Gedanken beim Fotografieren gemacht.

Analoge Fotografie
Gegenlichtaufnahme. Digital wäre es herausgerechnet worden. Analog hätte ich mal einen Reflektor mitnehmen sollen…

Trotzdem nicht alles bedacht.

Das ist mal ein Lernprozess.

Analoge Fotografie
Blende 16 und die Belichtungszeit war laut Belichtungsmesser korrekt. Trotzdem komplett überbelichtet. Der Film kann nicht mit soviel Licht um.

Aber ganz ehrlich. Ich habe lieber ein paar Fotos, die meinem Ideal nicht entsprechen und dafür aber Erkenntnisse , wie ich es später anders machen kann.

Und das gilt natürlich für das restliche Leben auch.

Zum Glück sind aber trotzdem schöne Fotos mit dabei gewesen, die auch den Charme der Filmfotografie widerspiegeln.

korrekt belichtetes Foto.

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